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Hotel Guggenberger Kleinarl

Unsere Geschichte – auf einen Blick
                                                 Seinerzeit im Wirtshaus 
Die Wirtin Anna Guggenberger, geb. Schwarzenbacher am 11.  März 1912 erzählte:

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“Mein Vater Johann Schwarzenbacher, er kam 1885 als Holzknecht aus Kärnten nach Kleinarl. Durch Tüchtigkeit, Können und Fleiß hat er sich im Lauf seines Lebens vom kleinen Holzknecht zu einem anerkannten und geschätzten Bürger unseres kleinen Bergdorfes empor gearbeitet. 1897 kaufte er ohne viel eigene Mittel, gedeckt nur durch den Gutstand (Bürgschaft) des Sägewerksbesitzers Hans Stadler, das Gasthaus Arlerwirt. Zum Gasthaus gehörte neben einer Krämerei auch eine kleine Landwirtschaft mit fünf Kühen.

Im Gasthaus gab es eigentlich nur am Sonntag Betrieb, da kehrten nach der Messe die Bauern und Arbeiter ein, aßen ein Paar Würstel oder ein Lüngerl, in das sie sich ein oder zwei Semmeln einbrockten, dazu tranken sie Bier oder Schnaps.  Dabei wurde politisiert, gehandelt und alles besprochen, was halt die Kleinarler im Laufe der Woche bewegt und interessiert hatte.  Während der Woche trafen sich der Pfarrer, der Lehrer, der Förster und einige andere, zu einem Kartenabend. An Werktagen kehrten höchstens noch die Fuhrleute ein, die während der Fütterung der Pferde ihr Mittagessen einnahmen. Die Krämerei wurde nur nebenbei geführt. An der Tür hing eine Glocke. Kam jemand ins Geschäft, so wurde man durch das Bimmeln hereingerufen. Nachdem mein Vater Holzmeister und Holzakkordant geworden war, hatte er bis zu 30 Holzknechte unter sich. Diese kauften ihren Wochenbedarf an Lebensmitteln im Geschäft ein, sodass dann auch die Krämerei an wirtschaftlicher Bedeutung zunahm. Außerdem war Vater noch Betriebsleiter des Sägewerkes der Firma Hans Stadler, und neben seiner beruflichen Tätigkeit sieben Jahre Bürgermeister von Kleinarl.

Geheiratet hatten die Eltern 1897, die Mutter war Kleinarlerin. Sie war eine Ziehtochter des Viehhofbauern. Aus der Ehe stammten sieben Kinder. 1926 ist meine Mutter gestorben, und mein Vater hat dann wieder geheiratet. Aus der zweiten Ehe stammten keine Kinder. Bis zum Jahr 1939 hat Vater das Gasthaus mit allen Nebenbetrieben selbst geführt um dann die Krämerei an mich, als sein jüngstes Kind zu übergeben. Ich hatte 1933 geheiratet, mein Mann war Zimmermeister. Wir führten gemeinsam das Gasthaus und die Landwirtschaft. Aus dieser Ehe stammen fünf Kinder.  1970 übergaben wir das Geschäft an den Sohn Anton. Wie bereits geschildert, war früher im Gasthaus hauptsächlich nur sonntags etwas Betrieb. Doch auch am Sonntag war die Gaststube um Mittag wieder leer, die örtlichen Gäste gingen zum Mittagessen heim.  An Veranstaltungen gab es nur zu „Vinzenzi“ für die Holzknechte und im Fasching zum Eisschießen für alle so etwas Ähnliches wie einen Ball. Die wenigen Hochzeiten, etwa eine bis zwei jährlich, waren immer an Montagen. Als Hochzeitsessen gab es Schweins- oder Kalbsbraten oder Schnitzel.

Die Feste waren durchwegs friedlich, Raufereien gab es ganz selten. In der
Zwischenkriegszeit kamen bereits „Sommerfrischler“, hauptsächlich aus Wien. Im Winter kam niemand. Bis 1954 gab es keine Gäste; es war Krieg. Die Not der Nachkriegszeit, die Lebensmittelbewirtschaftung und der Wiederaufbau der zerstörte Städte, verbunden mit großen Anstrengungen und Sorgen, ließen den Gedanken an Urlaub und Erholung nicht zu. 1955, nach dem Abzug der Besatzungsmächte, kam schön langsam wieder ein bescheidener Fremdenverkehr auf. Unser Gasthaus ist am 12. Oktober 1953, wahrscheinlich durch Brandstiftung, ein Raub der Flammen geworden, der Neubau war am 20. Dezember 1953 wieder unter Dach.  Doch kein Schaden ohne Nutzen. Durch den Neubau konnten wir in den Zimmern bereits einfachen Komfort vorsehen, vor allem waren Fließwasser und WC nun vorhanden und Anfang der 60er Jahre hatten wir schon Zentralheizung und Warmwasser in den Fremdenzimmern. Die ersten Lifte wurden gebaut, und schön langsam steigerte sich der Gästestrom. Eine rege Bautätigkeit setzte ein, neue Gasthöfe und Pensionen entstanden, aber auch in den vielen neu geschaffenen Eigenheimen wurde fast überall für Fremdenbetten vorgesorgt.

Durch den Bau der großen Skilifte, der Skischaukel  Zauchensee – Flachauwinkel - Kleinarl, steigerte sich die Gästezahl rapide, und 1982 sah sich mein Sohn gezwungen, das nur 30 Jahre alte Gasthaus abzureißen und einen größeren Neubau mit Komfortzimmern zu errichten. Die Zeit zwang einfach dazu, sich den modernen Bedürfnissen anzupassen. Ein Großteil unserer Gäste sind Stammpublikum. Das hat den Vorteil, dass man nicht so sehr den saisonalen Schwankungen unterworfen ist und eine relativ gute Auslastung besteht. Besonders der Winter kann als gut bezeichnet werden.


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